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Billig

Na, ist das nicht großartig? Die Welt hat endlich erkannt, dass sie armen Ländern helfen muss beim Klimaschutz. Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow wurde noch einmal wiederholt (so was gilt ja heutzutage schon als Erfolg), dass man 100 Mrd. Dollar zur Verfügung stellen will, damit die vom Klimawandel besonders betroffenen Länder sich besser dagegen schützen können. Die Sache hat nur ein paar Haken zu viel.

Es ist ja durchaus richtig, dass auch Nachsorge betrieben werden muss. Aber wie viel Geld soll beispielsweise Tuvalu bekommen? Und was sollen die Menschen dort damit anfangen, damit sie nicht von den Landkarten der Erde verschwinden? Eine Mauer um ihr Eiland bauen? Ihre CO2-Emissionen reduzieren, die noch unter denen von Köln-Sülz liegen? Solange nichts Effektives gegen die Ursachen getan wird, ist das so, als würde man ungeimpfte Teilnehmer von Querdenker-Demos auf der Intensivstation arbeiten lassen.

Zudem ist mehr als fraglich, ob das Geld jemals zusammenkommt. Bisher war das nicht der Fall. Im Jahr 2019 beliefen sich die realen Finanzhilfen auf 78 Mrd., 2020 waren es 80 Mrd. Dollar. Wie so oft in der Vergangenheit ist es nämlich eine Sache, sich medienwirksam auf die Brust zu trommeln und eine völlig andere, rechtlich unverbindliche Zusagen wirklich einzuhalten. Denn um nichts weiter handelt es sich. Auch wenn „Vertrag“ drüber steht, darunter stehen hehre Worte. Niemand kann die Gelder einklagen.

Boris Johnson hat einen besonderen Trick drauf. Er trommelt ja im Moment am lautesten und verkündet, Großbritannien werde seinen Beitrag im Vergleich zu den letzten fünf Jahren verdoppeln! Und verschweigt, dass seine Regierung gerade die britische Entwicklungshilfe massiv gekürzt hat. Welch beeindruckende Hilfsbereitschaft die Elite des Westens da an den Tag legt. Die sich auch darin zeigt, dass ein Teil dieser Gelder als Kredit vergeben wird – und somit die Schuldenlast der am stärksten von unserer Zerstörungsorgie betroffenen Länder noch weiter erhöht.

Die Gelder sollen übrigens nicht nur aus staatlichen, sondern auch aus privaten Quellen kommen. Und da hapert es gewaltig. Ob demnächst eine Spendensammelaktion bei uns Bürgern gestartet wird („Dein Euro für Tuvalu.“), statt die Großemittenten in die Pflicht zu nehmen?

Zu schlechter letzt die Summe selbst. 100 Mrd. Dollar. Wahnsinn! So viel Geld!! Was man da alles mit machen kann!!! (Geschätzt) 34 Mrd. Dollar (zum aktuellen Kurs) reichen zum Beispiel aus, um die Schäden der Flutkatastrophe in Deutschland zu beseitigen. Aber da unten im Süden ist ja alles viel billiger.

So wie unsere Klimapolitik.

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