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Im Schweizer Nationalpark

28.9.21

Wie zu erwarten auf dieser Höhe, war die Nacht eisig. Um sieben bin ich bei sechs Grad aufgestanden und habe mir einen Tee gemacht, dann nochmal unter die Decken (in T-Shirt, Schlafanzug und dickem Pullover) und hab gewartet, bis die Heizung für halbwegs ansprechende Temperatur gesorgt hat. An Kühle habe ich mich hier in den Bergen ja schon gewöhnt.

Ich wollte ohnehin früh los, musste mich ja auch noch deinstallieren, um in den Nationalpark hineinzufahren bis zum Ausgangspunkt meiner Wanderung. Vom Parkplatz auf 1.700 m ging es durch urwaldliche Kiefern und Lärchen, der Boden übersät mit Heidelbeeren, stellenweise auch Alpenrosen (die natürlich jetzt leider nicht blühen), hinauf zur Alp la Schera (auf 2.095 m Höhe), knapp unterhalb der Baumgrenze, mit Blick auf den Stausee Ova Spin.

Alp la Schera

Diese Namen muten seltsam an, so wie viele Orts- und geographische Namen (Scanfs, Munt Buffalora, Piz Tavrü, Val S-charl, Biosfera Val Müstair) die mit ihren Akzenten mal französich wirken, mal italienisch klingen, mal wie verqueres Schwiitzerdütsch. Kein Wunder, denn in Graubünden wird rätoromanisch gesprochen und ist neben Deutsch und Italienisch dritte Amtssprache. Was man auch an vielen Verkehrsschildern sehen kann, auf denen auf eine “scoula” (Schule) oder auf “iffaunts” (Kinder) hingewiesen wird. Und das obwohl, wie ich Wikipedia entnehme, schon bei einer Volksbefragung im Jahre 2000 nur noch 35.000 Menschen Rätoromanisch als ihre Hauptsprache bezeichnet haben (rd. 15 %). Ich finde, das hat was, wenn alte Sprachen, die auszusterben drohen, am Leben erhalten werden.

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