Kategorien
Allgemein Artikel und Essays Der tägliche Wahnsinn

Freud und Leid und Gilded Times

Danke, ehrwürdiges BUNDESVERFASSUNGSGERICHT. Deine Ohrfeige sitzt. Und trifft die Richtigen.

Ihr habt besser erkannt als die Große Koalition aus CDU, FDP, SPD und Energiewirtschaft, dass die bisherige Klimapolitik völlig unzureichend ist. Die Landesregierungen der Kohleländer und die Bundesregierung sind der Meinung, wir hätten noch massig Zeit, um das bisschen Klimawandel in den Griff zu bekommen. Da reicht es, Maßnahmen zu beschließen, die bis zum Ende der eigenen Arbeitszeit reichen. Mit dem angerichteten Schaden dürfen sich dann spätere Regierungen und vor allem spätere Generationen herumschlagen. Und deren Zukunft sähe wahrhaftig finster aus, erklärt das BVerfG und zwingt die Politik, bereits jetzt die weiteren Ziele ab 2030 festzulegen und rechtsverbindlich zu machen. Das könnte bedeuten, dass die Richter effektiven Umweltschutz betrieben haben, denn nun könnte der endgültige Kohleausstieg doch früher kommen.

Jetzt ist es auch noch mal offiziell bestätigt: KARDINAL WOELKI hat bis heute nicht verstanden, was persönliche Verantwortung bedeutet. Trotz mehrfacher Hinweise auf sexuellen Missbrauch hat er einen Düsseldorfer Pfarrer nicht nur unbehelligt gelassen, sondern sogar noch mit einem netten Pöstchen belohnt.

Jetzt wird auch klar, warum Woelki das erste Gutachten der Münchener Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl so unangenehm war. Dort wurde der Fall nämlich als gravierendes pflichtwidriges Verhalten beurteilt, während das Gerke-Gutachten erklärt, alle Beteiligten, sprich auch Woelki, hätten korrekt gehandelt. Übrigens mit einer inhaltlich sicher korrekten, moralisch und rechtsstaatlich aller mehr als fragwürdigen Begründung. Kirchenrechtlich waren die Entscheidungen nicht relevant! Der unsägliche Zustand, dass die Kirchen eigene Rechtsstatuten aufstellen können – unter Missachtung der für die restlichen Deutschen verbindlichen Gesetze – führt zum Freispruch. Der Prostituierte, mit dem der Pfarrer verkehrte, war zwar erst 17, nach katholischem Rechtsverständnis aber ist man dann schon volljährig. So blieb es bei einer sogenannten „kanonischen Verwarnung“. Sprich, er durfte weitermachen wie bisher und wurde von Woelki befördert.

Übrigens, unliebe Kirchenväter, könnt ihr euch eine Menge Probleme vom Hals schaffen, wenn ihr die Volljährigkeit innerhalb eurer Kirchenmauern einfach auf 15 Jahre senkt. Dann gibt es zumindest mit Messdienern keinen Ärger mehr.

Gerade hat BORIS JOHNSON einen nach Meinung von Normalbürgern peinlichen Skandal am Hals wegen seines aristokratischen Lebensstils. Bisher konnte er den Verdacht der britischen Wahlkommission nicht widerlegen, Spendengelder veruntreut zu haben für eine aufwendige Renovierung seiner Dienstwohnung. Wobei „aufwendig“ ein unzulässiger Euphemismus ist. 230.000 € hat der Spaß gekostet, obwohl jährlich dafür nur 35.000 € an Steuermitteln zur Verfügung stehen! Beim Anblick des neuen Interieurs schmerzen zwar die Augäpfel – Goldtapeten, vergoldete Skulpturen, Möbel von plüschig bis protzig – aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, vor allem bei einem Mann, der so aussieht (und wirkt), als würde er zum Wachwerden in die Steckdose greifen.

Gleichzeitig hat sich London jetzt nicht nur aus Europa, sondern auch aus der globalen Verantwortung verabschiedet. Die britische Regierung hat beschlossen, dass Entwicklungshilfe, dass die finanzielle Unterstützung Hilfsbedürftiger anderer Länder für sie von marginaler Bedeutung ist und kündigte an, ihre Zahlungen an den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) zu kürzen. Nicht um 10 %, nein auch nicht um 50 %, sondern um sagenhafte 85 %!

Bravo, Boris „Trumpling“ Johnson. Und was macht ihr jetzt mit dem Geld? Fehlt dir noch ein goldenes Klosett, durch das du auf das niedere Volk, excuse my being rude, scheißen kannst?

Facebooktwitterredditpinterestlinkedinmail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.